Nachdem ich im Februar hier im Blog darüber gemeckert hatte, dass man bei Hetzner kein funktionierendes IPv6-Setup auf die Reihe bekommt, wenn man mit virtuellen Maschinen arbeitet, hat Sven mir unter dem Artikel den rettenden Kommentar hinterlassen.

Es ist doch möglich, wenn auch mit ein wenig Aufwand. Als erstes lässt man sich von Hetzner über den Robot ein zweites 64-er Subnetz zuweisen. Nachdem das passiert ist (sie wissen von den Routing-Problemen und machen das auch wiederstandslos) ist das Setup relativ einfach:

Der NIC des Routers, die am Netzwerk hängt gibt man eine IP aus dem ersten Subnet, welches dann mit der etwas seltsamen Routing-Konfiguration an die Hetzner-Router geroutet wird. Damit sollte der Router zum Beispiel einen "ping6 ipv6.google.com" auf die Reihe bekommen.

Der NIC, die die VMs schon mit IPs versorgt, gibt man eine IP aus dem zweiten Subnet. Außerdem installiert man sich einen radvd auf dem Router, der dann die weiteren IPs des zweiten Subnet an die ganzen VMs verteilt. Direkt nachdem er das getan hat, sollten alle VMs (so fern denn schon mit IPv6-IPs ausgestattet) ebenfalls den ipv6.google.com erreichen können und auch erreichbar sein.

Beispielhaft hier mal meine radvd.conf (Das Subnet stimmt natürlich nicht!):

interface eth2 {
   AdvSendAdvert on;
   prefix 2a01:ffff:ffff:ffff::/64
   {
        AdvOnLink on;
        AdvAutonomous on;
	AdvRouterAddr on;
   };
   route ::/0 
   {
   };
};

Wenn Ihr so weit seid: Gratulation! Jetzt müsst Ihr euch nur noch Gedanken über die Sicherheit eurer VMs machen, da eure normalen Firewalls, die für IPv4 ausgelegt waren mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Absicherung für IPv6-Zugriffe bieten...